
Quelle: Erstmals erschienen in der Schweizer Holzzeitung
– Ausgabe 9/15 – Ein Bericht von Susanna Vanek
Investition in vernetzte Produktion

Im Fokus
Direkt auf die Maschine
Der Projektleiter erfasst die Daten der Türen im Branchenlösungs-Programm. Die Produktionsdokumente sind mit einem Strichcode pro Tür versehen. Diese Daten werden der Software Cobus übermittelt, die direkt das CNC-Programm für die MKM erstellt und auf dem Server ablegt. Nach der Programmierung wird je eine Etikette ausgedruckt und an die entsprechenden Teile geklebt sowie palettenweise bereitgestellt. Ab diesem Zeitpunkt ist der Arbeitsprozess automatisiert.
Die Elemente werden automatisch von der Palette auf einen Messtisch befördert. „Am Ende des Messtisches ist ein Scanner der den Code liest. Sobald das Element auf dem Messtisch liegt, fährt der Leser hoch und liest den Code auf der Etikette. An Hand des Codes weiss die Maschine, welche Anschläge verwendet werden. Beim Messen werden immer die Breite, Länge und Dicke der Teile gemessen. Die Informationen werden per Schnittstelle von der Maschine an die Software Cobus übergeben. Dort werden die Masse mit der Programmierung auf Plausibilität überprüft“, sagt Wehrli, „wenn alles richtig ist, wird das Programm an die MKM übermittelt. Sonst erfolgt der Befehl zum Ausfördern.“

Genaue Evaluation
In nur sechs Arbeitstagen
Tipps
„Man muss den Mut haben, es wirklich durchzuziehen.“

Daniel Wehrli Foto: Susanna Vanek
„Anderen Betrieben, die in die vernetzte Produktion investieren möchten, kann ich den Tipp geben, dass man ein Konzept erstellen und es ohne Kompromisse umsetzen sollte – oder beinahe ohne Kompromisse. Trotzdem war der Weg in die digitale Produktion bei uns keine Hauruck-Übung, sondern ein Prozess über mehrere Jahre. So konnten die Mitarbeiter hineinwachsen, es gab weniger Ängste. Am Anfang war bei ihnen schon Skepsis vorhanden, daher war die langsame Vorgehensweise sicher ein Vorteil. Da wir die meiste Arbeit im Haus machten waren unsere Ressourcen auch beschränkt. Das Projekt hat mich über ein Jahr beschäftigt. Man muss den Mut haben, es zu machen. Waren wir doch die erste Schreinerei in der Schweiz, die eine Maschine von MKM International GmbH kaufte. Alles in allem hat sich aber gezeigt, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“
DANIEL WEHRLI, LEITUNG EDV